Argentinien

Weinland Argentinien

Geographie

  • Argentinien baut Wein vom 23. Breitengrad (in der Provinz Salta am südl. Wendekreis) bis zum 39. Breitengrad (in der Provinz Neuquén in Patagonien) an. Mit über 2.000 km Entfernung ist dieses die größte Nord-Süd-Ausdehnung von Weinanbau in einem einzelnen Land
  • Die Anbaugebiete in den Hochtälern der Anden westlich von Salta in Colomé, Molinos oder Tacuíl bilden mit ihren 2.500 bis 3.000 Metern über Meereshöhe die höchsten Weinberge der Welt.

 

Produktion

  • Fünftgrößter Produzent von Weinen in der Welt mit ca. 14 Mio. Hektolitern jährlich (ca. doppelt so viel alle anderen Produzenten der Südhalbkugel und auch als Deutschland)
  • Argentinien ist das einzige Land der Südhalbkugel, wo der Weinanbau zu Konsumzwecken erfolgt und hauptsächlich den Eigenbedarf deckt. Auch heute noch verbleiben mehr als 80% des produzierten Weins im Land und werden dort verzehrt.
  • Da somit die allermeisten Bodegas nicht auf den Export fokussiert sind, haben argentinische Weine einen sehr eigenständigen Charakter, welcher in ersten Linie den lokalen Gaumen ausgerichtet ist und natürlich vor allem der lokalen Küche angepasst ist (exportorientierten Kellereien müssen logischerweise Weine produzieren, die möglichst vielen Konsumenten gefallen und sie sind dadurch automatisch austauschbarer).

 

Weine

  • Obwohl Argentinien mit den reinsortigen Malbecs bekannt geworden ist und heute als eigentliche Heimat dieser ursprünglich aus dem Bordeaux stammenden Rebsorte gilt, gibt es mit dem Torrontés und dem Bonarda zwei Rebsorten, die im Gegensatz zum Malbec nur noch in Argentinien zu finden sind und mindestens so spannend sind wie der berühmte Vorreiter. Auch Viognier und Petit Verdot (zwei weitere edle Bordeaux-Rebsorten) lassen sich in Argentinien perfekt sortenrein ausbauen, was nur in wenigen anderen Ländern gelingt.
  • Die Malbec-Traube ist nicht nur eine Rebsorte mit einem starken und unvergleichbaren Charakter im sortenreinen Ausbau und das vom einfachen Tischwein bis zum absoluten Topwein, sie ist darüber hinaus eine perfekte Basis für Blends/Cuvées im Zusammenspiel mit Cabernet Sauvignon, Syrah und/oder Bonarda.

 

Preis-/Leistungsverhältnis

  • es gibt heutzutage wohl kaum ein anderes Land, welches eine so hohe und konstante Qualität zu so fairen Preisen anbietet wie Argentinien
  • trotz des mittlerweile großen Exporterfolges insbesondere in den USA und der breiten internationalen Anerkennung der Qualität sind die Preise in den letzten Jahren nur moderat gestiegen und reflektieren mit wenigen Ausnahmen die realen Produktionskosten ohne Aufschlag für das Renommee der Kellerei oder des Labels


Malbec

Ihren Ursprung hat die Rebsorte Malbec im Südwesten Frankreichs, 70km nördlich von Toulouse in Quercy / Cahors. Sie gehört zur Familie von uralten Rebsorten, die dort als 'Cots' oder 'Auxerrios' bezeichnet wurden. Während ihrer Verbreitung in Frankreich trug diese Rebe verschiedenste Namen. Die heutige Bezeichnung Malbec erhielt sie nach einem Herrn gleichen Namens, wie historische Dokumente belegen.

Der Malbec war die erste Rebsorte aus Frankreich, die ihren Weg nach Argentinien fand. Um 1850 erhielt der französisch-stämmige Argentinier Miguel Amable Pouget von der Regierung in Mendoza den Auftrag, Edelrebsorten aus Frankreich einzuführen. Unter dem Namen 'Cots' kam sie über Chile nach Argentinien und wurde zunächst nur als 'französische Rebsorte'  bezeichnet, im Gegensatz zu den 'Criollas', den einheimischen Rebsorten. Mit der Zeit jedoch entwickelte sich der Malbec zu der argentinischen Rotweintraube schlechthin. In den Weinbaugebieten der Region Mendoza hat die Malbec-Traube optimale Boden- und Klimabedingungen zur Entwicklung und Entfaltung ihrer Charaktereigenschaften gefunden. Außer in Argentinien und in Frankreich wird sie noch in geringen Mengen in Australien, Chile und Kalifornien angebaut. Nirgendwo auf der Welt wird jedoch eine so hervorragende Qualität erzielt wie in Argentinien. Mendoza gilt heute als die wahre Heimat des Malbec.

Während der Malbec in Frankreich nur mäßige Qualitäten erreicht – späte Reife und hoher Säuregehalt – erzielt man in Argentinien säurearme Weine von kräftiger dunkelroter Farbe mit viel Tanningehalt und Aromen von Waldfrüchten. Je höher die Anbaugebiete, desto höher sind Säure- und Tanningehalt, desto intensiver auch die Farbe. Die Knospen der Malbec-Rebe entwickeln sich relativ früh (Ende September / Anfang Oktober) und sind empfindlich gegen Spätfrost im Frühjahr, der den Winzern schon in manchen Jahren große Verluste gebracht hat. Die Lese erfolgt Ende Februar bis Anfang März, nach den weißen Rebsorten Chenin und Semillon.

 

Torrontés

Schon die Suche nach Hinweisen auf die Herkunft dieser Weißweintraube gestaltet sich schwierig. Neben einigen Legenden, die besagen, daß die Torrontés-Traube sehr alt ist und aus Asien stammt, gibt es keine Hinweise in der internationalen Literatur. Eine weit verbreitete Meinung besagt, daß der Torrontés eine uralte Rebsorte aus Spanien ist und durch die spanischen Eroberer Anfang des 16. Jahrhunderts nach Südamerika gelangte. Sie nannten sie ‚Arbol de Castilla – Baum aus Kastilien‘. Andere wiederum meinen, Beweise für ihre Herkunft aus Griechenland zu besitzen. Wie auch immer die Rebe letztendlich nach Argentinien kam, sie fand in der Provinz La Rioja so ausgezeichnete Boden- und Klimabedingungen, daß man heute sagt, sie sei dort im Tal von Famatima am Fuße der Anden geboren worden. Mönche verschiedener Orden kümmerten sich um die Reben in den folgenden zwei Jahrhunderten.

Der Torrontés wird in allen wichtigen Weingebieten Argentiniens angebaut und entwickelt je nach Region ganz unterschiedliche Charaktereigenschaften. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen dem ‚Torrontés Riojano‘ und dem ‚Torrontés Mendocino‘. Die klimatischen Bedingungen sind jedoch ähnlich - geringe Luftfeuchtigkeit, wenig Niederschläge und viel Sonne - für die Unterschiede im Geschmack sorgt die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit. Der ‚Torrontés Riojano‘, der auch in Salta beheimatet ist, hat aufgrund seines starken Aromas und seiner geringen Säure unter allen Torrontés-Sorten am meisten Bedeutung erlangt.

Die Rebstöcke zeichnen sich durch große, stark gezackte Blätter mit tiefen Ausschnitten aus. Die großen Trauben haben runde goldgelbe Beeren mit intensivem Glanz, die so transparent sind, daß man bei voller Reife die Kerne erkennen kann. Die Vinifikation ist heute sehr aufwendig, beginnend mit der Handlese bei Tagesanbruch in Kunststoffkisten mit max. 20kg Kapazität bis zur kontrollierten Gärung unter Zugabe von speziell ausgesuchten Hefen. Sie ermöglichen es, die besonderen Charaktereigenschaften jeder einzelnen Torrontés-Sorte zum Ausdruck zu bringen.

Der Torrontés gilt heute als der argentinische Weißwein schlechthin, nicht nur weil diese Rebsorte nur noch in Argentinien angebaut wird, sondern auch weil sein herrlicher und einzigartiger Duft ihn unverwechselbar macht.



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